freitags bei Fallada 2017

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12.05.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
Carwitzer Lesestunde
„Jeder stirbt für sich allein“ mit Museumsleiter Dr. Stefan Knüppel (Eintritt: 4 € / ermäßigt 3 €)
Die „Carwitzer Lesestunde“ ist die älteste Veranstaltungsreihe des Hans-Fallada-Museums. In ihrer 352. Ausgabe stellt der Museumsleiter Hans Falladas Roman „Jeder stirbt für sich allein“ vor, der im Jahre 1946 in nur 24 Tagen entstand. Wir begegnen dem Ehepaar Quangel vor dem Volksgerichtshof, wenig später in der Todeszelle und begleiten die Protagonisten schließlich durch ihre letzten Stunden.
Als Vorbild für das Ehepaar Quangel diente Hans Fallada das Berliner Arbeiterehepaar Hampel, dessen Schicksal dem Autor über Gestapo-Akten bekannt wurde, die er von Johannes R. Becher erhalten hatte. Diesem Ehepaar und den von ihm verfassten Postkarten, die zum Sturz des Naziregimes aufriefen, ist auch die Sonderausstellung „Otto und Elise Hampel – Karte bitte wandern lassen!“ gewidmet, die derzeit im Scheunensaal des Fallada-Museums zu sehen ist und die vor und nach der Lesung besichtigt werden kann.
19.05.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
„Bleibt Schulzenhof?“
Selbstzeugnisse von Eva und Erwin Strittmatter
Lesung mit dem Herausgeber Dr. Manfred Schemel (Eintritt: 8 € / ermäßigt 6 €)
„Ein Häuschen und seine Umgebung haben es mir so angetan, dass ich kein anderes möchte … Viele, viele Obstbäume im Garten, ein kleines Bienenhaus … Im Walde sind Seen, kleine Hügel, Stille und, wenn man will, Einsamkeit, die man zuweilen braucht, um ungestört denken zu können.“ Dieses Zitat aus einem Brief Erwin Strittmatters vom März 1954 bezieht sich auf sein Haus im brandenburgischen Dorf Schulzenhof und erinnert stark an ähnliche Äußerungen Hans Falladas mit Blick auf seine Carwitzer „Welteneinsamkeit“.
Strittmatters Verhältnis zu seinem und Evas Anwesen ist dieser „Kramkalender in vier Kapiteln“ gewidmet, in dem nicht nur das Schriftstellerehepaar, sondern auch zahlreiche Zeitzeugen zu Wort kommen.
Der Herausgeber Manfred Schemel war bis 2011 Vorsitzender des Erwin-Strittmatter-Vereins und bereicherte bereits mit mehreren Publikationen die Strittmatter-Forschung.
26.05.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
„Ich mach ein Lied aus Stille“ – Eva und Erwin Strittmatter
Eine musikalische Lesung mit Susanne Kliemsch, am Klavier begleitet von Matthias Behrsing (Eintritt: 14 € / ermäßigt 10 €)
1973 erschien unter dem Titel „Ich mach ein Lied aus Stille“ der erste Gedichtband Eva Strittmatters und begründete ihren fast legendären Ruf als Autorin, deren Lyrik so nachdenklich wie einfach, so schön wie anregend ist. Sich an der Seite ihres berühmten Mannes Erwin als Künstlerin zu behaupten, dem Werk ihres Mannes etwas Eigenes entgegenzusetzen, war für sie innere Notwendigkeit. In der musikalischen Lesung sind neben Texten von Eva und Erwin Strittmatter Vertonungen der Gedichte Eva Strittmatters des Berliner Komponisten Manfred Schmitz zu hören. Susanne Kliemsch studierte Schauspiel in Berlin, war an verschiedenen Theatern engagiert und arbeitet inzwischen freischaffend in Berlin. Sie ist als Sprecherin beim Rundfunk tätig und gibt Lesungen und Konzerte. 2009 gründete sie ihre eigene Band „BonVoyage“.
Begleitet wird sie von Matthias Behrsing, der nach seinem Studium an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ freiberuflich als Pianist, Keyboarder, Komponist, Arrangeur sowie als Lehrer für Jazz-Klavier an verschiedenen Musikschulen arbeitet.
02.06.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
Carwitzer Lesestunde
„Kleiner Mann – was nun?“
Lesung mit Hans Falladas Sohn Achim Ditzen (Eintritt: 8 € / ermäßigt 6 €)
Am 10. Juni 1932 erschien der Roman „Kleiner Mann – was nun?“ und wurde nicht nur in Deutschland ein riesiger Erfolg, sondern binnen kurzer Zeit in mehr als 20 Sprachen übersetzt. Dies versetzte Hans Fallada in die Lage, sich seinen lang gehegten Traum von einer eigenen kleinen Landwirtschaft in Mecklenburg zu erfüllen und sich in der Carwitzer „Welteneinsamkeit“ niederzulassen. Ende 2016 wurde „Kleiner Mann – was nun?“ erstmals in der Manuskriptfassung herausgegeben, da man vor der Ersterscheinung im Rowohlt Verlag zahlreiche Kürzungen vorgenommen hatte, die bei allen späteren Ausgaben beibehalten wurden. Einige der erstmals 2016 erschienenen Passagen bilden den Schwerpunkt der Lesung mit Hans Falladas Sohn Achim Ditzen, der ein wichtiger Förderer des Hans-Fallada-Museums ist und seit vielen Jahren ehrenamtlich im Vorstand der Hans-Fallada-Gesellschaft, dem Trägerverein des Museums, mitarbeitet. Er ist auch einer der Kuratoren der äußerst erfolgreichen Wanderausstellung „Hans Fallada – Familienbilder“ und einer der Herausgeber der begleitenden Buchpublikation „Hans Fallada und die liebe Verwandtschaft“.
09.06.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
„Wenn`s doch Mode würde, zu verblöden!“
Erich-Kästner-Programm mit Chris Karen (Eintritt: 10 € / ermäßigt 8 €)
Kästner zu Gast bei Fallada! Im Gepäck hat er seine Ansichten zu den Themen Liebe, Männer, Frauen, Großstadtleben, Kindheit und Natur. Aber auch seine politischen Gedichte, in denen er gegen den Krieg und die Dummheit der Menschen anschreibt, dürfen nicht fehlen. Bankiers bekommen ihr Fett weg, ein Mann philosophiert in der Badewanne über das Nacktsein, ein geträumter Hund geigt den Menschen die Meinung, Animierdamen beichten, der Nachahmungstrieb von Kindern richtet Schreckliches an! Nichts bleibt verborgen, nichts entgeht Kästners scharfem Beobachtungssinn: genial, herrlich amüsant und auch aufgrund der Aktualität nachdenklich stimmend!
Chris Karen präsentiert dieses literarisch-musikalische Programm mit spöttischem Charme, eleganter Schärfe, witziger Präzision und großer Leichtigkeit in der Erzählung sowie Freude am szenischen Wechsel. Von klein auf an die Bühnenatmosphäre gewöhnt, ist sie heute als Sprecherin, Moderatorin und schauspielernde Chansonette vor allem mit ihren Kästner-Programmen quer durch alle Bundesländer unterwegs.
16.06.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
„Wo andre gehn, da muß ick fliegen ...”
Eine Hommage an Friedrich Hollaender mit Jana Karin Adam (Eintritt: 10 € / ermäßigt 8 €)
Friedrich Hollaenders UFA-Schlager für Marlene Dietrich, Lilian Harvey und Willy Fritsch begeisterten ein Millionenpublikum. Anhand seiner bewegten Biografie zeichnet die Potsdamer Mezzosopranistin Jana Karin Adam ein umfassendes musikalisches Porträt des Chanson- und Filmmusikkomponisten, der unzählige Kabarettlieder schuf und auch in Hollywood große Erfolge als Filmkomponist feierte. Neben bekannten und unbekannten Chansons sowie berühmten Filmschlagern der UFA-Zeit stehen auch einige der in Deutschland nahezu unbeachteten Filmsongs seiner Hollywood-Jahre auf dem Programm.
Jana Karin Adam studierte klassischen Gesang bei Frau Prof. Ilse Hahn an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber” in Dresden und absolvierte ein Aufbaustudium in der Konzertklasse Dresden. Sie ist Preisträgerin des Lotte-Lenya-Gesangswettbewerbes der Kurt-Weill-Foundation New York und des Wettbewerbs „Verfemte Musik“, bei dem sie 2001 und 2002 mit dem Sonderpreis der Jury und 2001 auch mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde.
Bei ihrem Carwitzer Gastspiel wird sie vom Pianisten Franns von Promnitz begleitet.
23.06.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
„Rückreise“
Eine szenische Lesung dreier Erzählungen des Waliser Poeten und Schriftstellers Dylan Thomas mit Moritz Röhl unter der Regie von Reinhold Koch (Eintritt: 10 € / ermäßigt 8 €)
Der 1914 geborene Dichter Dylan Thomas fand den Stoff für seine Werke in seiner walisischen Heimat. Er pflegte eine kultivierte Hass-Liebe zu seiner Geburtsstadt Swansea und zu ganz Wales, dem Hinterhof Großbritanniens. Der große Theaterkritiker Friedrich Luft meinte, dass „Thomas' quellende Sprache sich wie ein warmer Regen über eine Landschaft des Alltags senkt. Und siehe, nun blühen die Kleinstadtfiguren, werden spektakulär, werden in all ihrer Spießigkeit interessant, rund, tragisch oder komisch.“
Der Schauspieler Moritz Röhl, der neben seinem Engagement am „Theater Furioso“ auch als Diplom-Psychologe arbeitet, nimmt den Zuschauer mit durch seine szenische Interpretation der Erzählungen „Genau wie kleine Hunde“, „Rückreise“ und „Eine Geschichte“. Die schrulligen Figuren dieses „Menschen-Zoos“ werden so auf sehr vergnügliche Weise lebendig.
30.06.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
„Die Regentrude“
Musikalisch-literarisches Programm anlässlich des 200. Geburtstags Theodor Storms mit Elisabeth Richter-Kubbutat und Mark Anders (Eintritt: 10 € / ermäßigt 8 €)
„Einen so heißen Sommer, wie nun vor hundert Jahren, hat es seitdem nicht wieder gegeben. Kein Grün fast war zu sehen; zahmes und wildes Getier lag verschmachtet auf den Feldern.“
Die Regentrude ist eingeschlafen, vergessen von den Menschen, die nicht mehr an die alten Mythen glauben. Angesichts des Klimawandels, der Entfremdung der Menschen von ihren natürlichen Ursprüngen und fehlender Demut vor der Natur mutet Theodor Storms Märchen aus dem Jahre 1864 heute geradezu seherisch an.
Die packende Erzählung nimmt die Zuhörer mit auf die Reise der jungen Maren zu der Leben spendenden Regentrude. Durch hinein gewobene Klaviermusik von Debussy, Mendelssohn, Schumann und anderen erhält die Geschichte eine noch tiefere Dimension. Elisabeth Richter-Kubbutat lebt als freiberufliche Schauspielerin in Berlin und ist nach Engagements an verschiedenen Theatern (Gorki-Theater, Berliner Ensemble, Deutsches Theater Berlin, Theater Meiningen) mit diversen Lesungen unterwegs. Mark Anders ist Pianist und Klavierpädagoge in Berlin. Er schuf zahlreiche musikalisch-literarische Programme – auch mit eigenen Kompositionen – nach Texten von Hans Fallada, E.T.A. Hoffmann, Emile Zola, Franz Fühmann und anderen.
07.07.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
Carwitzer Lesestunde: „Ick will lieba mit dir zehnmal unjlücklich sin als mit ihm eenmal jlücklich!“ – Paare bei Hans Fallada
Lesung mit der Schauspielerin Katharina Groth und dem Schauspieler Wolfgang Wagner (Eintritt: 8 € / ermäßigt 6 €)
Hans Fallada lässt die Protagonisten seiner Romane die höchsten Höhen und dunkelsten Tiefen des menschlichen Zusammenlebens oft paarweise auskosten und durchleiden. Seien es der „Trinker“ und seine „Königin des Alkohols“, Rieke Busch und Karl Siebrecht in „Ein Mann will nach oben“, Violet von Prackwitz und der Diener Hubert Räder in „Wolf unter Wölfen“ oder Johannes Pinneberg und sein Lämmchen in „Kleiner Mann – was nun?“. Ihnen allen und anderen Paaren aus Hans Falladas Büchern begegnen wir in dieser szenischen Lesung mit Katharina Groth und ihrem Ehemann Wolfgang Wagner und stellen fest: Am glücklichsten und am einsamsten sind Falladas Figuren immer zu zweit.
Katharina Groth tritt neben ihren Engagements an namhaften Bühnen immer wieder als Fernsehschauspielerin in Erscheinung. Wolfgang Wagner begann nach diversen Bühnenengagements seine Fernsehkarriere mit der Rolle des Assistenzarztes Dr. Brotesser in der Serie „Alphateam“. Es folgte eine Hauptrolle in der Serie „Broti & Pacek“, ehe er als Ingo Polauke in „Anna und die Liebe“ zu sehen war. Neben zahlreichen weiteren Rollen in TV-Serien arbeitet Wolfgang Wagner erfolgreich als Rundfunk- und Synchronsprecher.
14.07.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
„Lass mich Dein Badewasser schlürfen“
Musik der 20er und 30er – Satzgesang – Comedy – schwarzer Humor mit dem Trio „Nimmersatt“ (Eintritt: 12 € / ermäßigt 10 €)
Erleben Sie eine sehr unterhaltsame Mischung aus unvergesslichen und wunderbaren Songs der 20er und 30er Jahre, verbunden mit absolut treffsicheren und knalligen Moderationen.
Das Trio „Nimmersatt“, das schon mit Attributen wie „Bösewichter der Kaffeehausszene“ bedacht wurde, ist im Dezember 1988 als Studententruppe in Greifswald gegründet worden, sehr frech, sehr frei: Nimmersatt eben. Als die Mauer fiel, war „Nimmersatt“ sofort europaweit unterwegs. Ob in Paris für Peter Ustinov, für Heinz Rühmann, zu den Olympischen Spielen in Barcelona oder im „Roncalli“-Tross: Die frühen 1990er verliefen für die Kleinkunst-Kapelle wie im Rausch. Weit über 1500 Konzerte spielte „Nimmersatt“ in ganz Deutschland und darüber hinaus und ist nun erstmals auch „bei Fallada“ zu Gast. „Nimmersatt“ sind: Karsten Tobiasch (Tenor, Percussion), Ulf Radlof (Bass, Gitarre) und Thomas Winkler (Bariton, Bass).
21.07.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
„Gehen, ging, gegangen”
Lesung mit der Autorin Jenny Erpenbeck (Eintritt: 10 € / ermäßigt 8 €)
Wie erträgt man das Vergehen der Zeit, wenn man zur Untätigkeit gezwungen ist? Wie geht man um mit dem Verlust derer, die man geliebt hat? Wer trägt das Erbe weiter? Richard, emeritierter Professor, kommt durch die zufällige Begegnung mit Asylbewerbern auf die Idee, die Antworten auf seine Fragen dort zu suchen, wo sonst niemand sie sucht: bei jenen jungen Flüchtlingen aus Afrika, die in Berlin gestrandet und seit Jahren zum Warten verurteilt sind. Jenny Erpenbeck debütierte 1999 mit der Novelle „Geschichte vom alten Kind“, der weitere literarische Veröffentlichungen folgten, darunter Romane, Erzählungen und Theaterstücke. Für ihre Werke erhielt sie mehrere Preise, unter anderem im Jahre 2014 den Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster.
Die Lesung ist eingebettet in das Programm der 27. Hans-Fallada-Tage, die vom 21.07. bis zum 23.07. stattfinden und die ein breites Spektrum von Veranstaltungen bieten: Lesungen, Buchvorstellungen, eine Kinderveranstaltung, eine Museumsnacht mit Filmabend sowie eine Ehrung Hans Falladas auf dem Alten Friedhof in Carwitz.
Das Programm der Hans-Fallada-Tage erfahren Sie an unseren zahlreichen Aushängen, in der Tagespresse und unter www.fallada.de. Außerdem liegen Faltblätter mit dem detaillierten Programmablauf für Sie bereit.
28.07.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
„Von goldenen Vögeln, Meerhasen und anderen Glücksboten“
Ein Märchenabend mit der Erzählerin Ana Rhukiz, begleitet von Myriam Kammerlander auf der Böhmischen Wanderharfe (Eintritt: 10 € / ermäßigt 8 €)
Glück, Wahrheit und Schicksal bilden die Grundlagen aller Märchenstoffe und stellen zudem eine Art Leitmotiv im Leben und Werk Hans Falladas dar. Dass zwei bekannte Märchen der Brüder Grimm für seinen „nom de plume“ Pate standen, ist hinlänglich bekannt; weit weniger jedoch die Tatsache, dass sich in seinen zahlreichen Geschichten viele klassische Märchenmotive widerspiegeln.
Erleben Sie diesen zauberhaften Abend mit Ana Rhukiz, die als Märchenerzählerin mit verschiedenen Programmen unterwegs ist und auch Fallada zu Wort kommen lässt. Begleitet wird sie von Myriam Kammerlander, mit der sie das Duo „AmbraMyrrha. MärchenZauberKlang“ bildet, auf der Böhmischen Wanderharfe.
Ein Muss für alle Märchenfreunde!
04.08.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
„Ruhe, jetzt wird gearbeitet!“ mit Museumsleiter Dr. Stefan Knüppel (Eintritt: 4 € / ermäßigt 3 €)
In der 355. Ausgabe der „Carwitzer Lesestunde“ stellt der Museumsleiter Hans Falladas Text „Ruhe, jetzt wird gearbeitet!“ vor, in dem der Erzähler heiter und bitter-selbstironisch über die Zwänge berichtet, denen er bei der Produktion seiner Werke unterworfen war.
„Ruhe, jetzt wird gearbeitet!“ stammt aus Falladas semi-authentischem Erinnerungsband „Heute bei uns zu Haus“ aus dem Jahre 1942, in dem er – immer zwischen Dichtung und Wahrheit pendelnd – seine „Carwitzer Welteneinsamkeit“ zum Gegenstand der Betrachtung werden lässt.
11.08.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
„Schöne Grüße aus der DDR“
Lesung mit dem Autor Roman Grafe (Eintritt: 5 € / ermäßigt 4 €)
Ein Abend für jene, die die DDR aus eigenem Erleben kennen, und für die nachfolgenden Generationen: Aus Tausenden Fotos, die der Fotografiker Dietmar Riemann in den letzten Jahren der DDR gemacht hat, wurden 150 für den Bildband „Schöne Grüße aus der DDR“ ausgewählt. Städte und Landschaften. Die Mauer und andere Mauer-Wände. Propaganda, so machtvoll wie hohl. Schaufenster, deren grotesk obrigkeitshörige Gestaltung man als pfiffigen Widerstand deuten konnte. Und immer wieder Menschen, die sich in den Verhältnissen einrichten. Oder die an ihnen leiden und an den Rand gedrängt werden.
Der Autor Roman Grafe hat zu den Fotos zwölf spannende und tiefe Texte verfasst und wird diese bei seiner Carwitzer Lesung vorstellen. Roman Grafe, geboren 1968 im Nordosten der DDR, studierte nach seiner Übersiedlung nach Bayern im Januar 1989 Journalistik. Seit 1993 arbeitet er als Freier Autor u. a. für die ARD, die „Süddeutsche Zeitung“, die „Frankfurter Allgemeine“ und „Die Zeit“. Er veröffentlichte mehrere Bücher, darunter „Die Grenze durch Deutschland“ und als Herausgeber „Die Schuld der Mitläufer. Anpassen oder Widerstehen in der DDR“.
18.08.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
Carwitzer Lesestunde
„Damals bei uns daheim“
Lesung mit dem Schauspieler Jan Damitz (Eintritt: 8 € / ermäßigt 6 €)
1994 erlangte Jan Damitz die staatliche Bühnenreife, nachdem er seine Schauspielausbildung bei Dozenten der Berliner Schauspielschule „Ernst Busch“ abgeschlossen hatte. Es folgten zahlreiche Engagements an verschiedenen Bühnen und seit 2006 auch Auftritte in Fernsehfilmen und -serien.
Jan Damitz lebt und arbeitet in Berlin und ist mit seinen zahlreichen Programmen nicht nur regelmäßig unterwegs, sondern mit verschiedenen Fallada-Lesungen auch alljährlicher Gast im Hans-Fallada-Museum. Als moderierender und singender Frontmann des Swing-Ensembles „Meine Herr‘n“ feierte er auch bei den Fallada-Tagen große Erfolge. Für seine diesjährige Gastlesung hat Jan Damitz Auszüge aus Hans Falladas semi-authentischem Erinnerungsband „Damals bei uns daheim“ zusammengestellt, in dem der Autor seine Kindheit und frühe Jugend thematisiert.
25.08.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
„lebensfreu.de“
Konzertlesung mit dem Liedermacher und Autor Stephan Krawczyk (Eintritt: 14 € / ermäßigt 10 €)
Der in Berlin lebende Liedermacher Stephan Krawczyk wurde mit seinen Liedern gegen Ende der 1980er Jahre zu einer der bedeutendsten Figuren in der DDR-Opposition. Nach jahrelanger Überwachung durch den Staatssicherheitsdienst und einem 1985 verhängten Auftrittsverbot wurde er 1988 verhaftet und zur „freiwilligen Ausreise“ genötigt; also abgeschoben.
Der vielseitige Musiker und Autor, der 2009 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, gehört nicht nur zum festen Inventar der deutschen Musikszene, sondern auch zu dem des Hans-Fallada-Museums Carwitz, in dem er zum wiederholten Male auftritt. So wird er auch bei seinem diesjährigen Gastspiel eine interessante Mischung aus alten und neuen Liedern und Texten bieten und auch mit jenen Liedern für Begeisterung sorgen, die seine Situation in der DDR widerspiegeln und die einen intimen Einblick in die Gedankenwelt eines „Störenden“ zulassen.
01.09.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
Carwitzer Filmabend
„Altes Herz geht auf die Reise“ (Eintritt: 5 € / ermäßigt 4 €)
1935 verfasste Hans Fallada den Roman „Altes Herz geht auf die Reise“ über den pensionierten Lehrer Professor Kittguß, der seiner 16-jährigen Patentochter Annemarie zur Hilfe eilt, die bei zwielichtigen Pflegeeltern in einem kleinen Dorfe lebt. 1938 wurde der Roman von der Ufa verfilmt, vor der Erstaufführung jedoch verboten, obwohl die Ufa-Verantwortlichen durch den einen oder anderen Schnitt den Vorgaben des Propagandaministeriums zu entsprechen und somit den Film zu retten suchten. So fand die Uraufführung des Filmes auch erst im Jahre 1947 in Los Angeles statt, die deutsche Erstaufführung ließ bis 1974 auf sich warten.
Besonders spannend ist die Verfilmung unter der Regie von Carl Junghans auch dadurch, dass die Außenaufnahmen im Juli und August 1938 in Carwitz stattfanden und dass viele Statistenrollen mit Carwitzern besetzt wurden. Das Drehbuch für die 91-minütige Verfilmung stammt von Carl Junghans und Felix Lützkendorf. Zu den Darstellern zählen u. a. Eugen Klöpfer, Gerhard Bienert, Helga Marold, Maly Delschaft und Karl Kuhlmann.
08.09.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
„Pechvogel und Glückskind“
Märchengeschenke – vorgetragen von Angela Kuboth und Uwe Günzel (Eintritt: 8 € / ermäßigt 6 €)
Zwei junge Frauen leben in Glückseligkeit und sind bereit, anderen Gutes zu tun. Die eine streut Glücksflocken auf ihren gefiederten Freund, die andere verteilt freigiebig Küsse.
Erzählt wird dies in „Pechvogel und Glückskind“ – zwei Kunstmärchen gleichen Namens aus unterschiedlichen Epochen. Der Arzt Richard Leander schrieb dieses und andere Märchen 1870/71 während der Belagerung von Paris und schickte sie nach Hause. Nach seiner Heimkehr überraschte ihn seine Frau mit der gedruckten und gebundenen Sammlung, die unter dem Titel „Träumereien an französischen Kaminen“ bis heute als Geheimtipp unter Märchenliebhabern gilt.
Hans Fallada schenkte seine Geschichte im Februar 1939 einer jungen Frau namens Marianne Portisch, die als Marianne Wintersteiner später selbst über 40 Bücher schrieb.
Beide Märchen entstanden in unruhigen Zeiten: während des deutsch-französischen Krieges bzw. am Vorabend des Zweiten Weltkrieges. Neben der Hoffnung vermitteln sie auch die Zuversicht, dass jedermann an jedem Morgen selbst darüber entscheidet, ob er den Tag als Pechvogel oder Glückskind meistert.
Hans Falladas „Pechvogel und Glückskind“ wird von der Autorin und Journalistin Angela Kuboth gelesen, Uwe Günzel erzählt das gleichnamige Märchen frei nach Richard Leander.
15.09.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
Carwitzer Lesestunde
„Porträt meiner Kinder“ mit Museumsleiter Dr. Stefan Knüppel (Eintritt: 4 € / ermäßigt 3 €)
Im Kapitel „Porträt meiner Kinder“ aus dem semi-authentischen Carwitzer Erinnerungsbuch „Heute bei uns zu Haus“ von 1942 gestattet Hans Fallada tiefe Einblicke in sein Familienleben. Auch über seine erzieherischen Grundsätze und den Alltag seiner Kinder, die er liebevoll zeichnet, ist Spannendes zu erfahren.
Einen besonderen Reiz erfährt dieser Abend durch den Umstand, dass die Lesung durch zahlreiche und zum großen Teil unveröffentlichte Fotografien aus den Familienalben illustriert wird.


Kartenreservierungen unter:
Telefon: 039831/20359, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und direkt an der Museumskasse.
Einlass in der Regel 30 Minuten vor Beginn der Veranstaltungen, die entweder im Scheunensaal, im Scheunentheater oder auf dem Hof des Hans-Fallada-Museums stattfinden.


Impressum: Veranstalter: Hans-Fallada-Gesellschaft e.V.

Programmplanung und Redaktion: Dr. Stefan Knüppel

Gestaltung und Druck des Programmheftes: Steffen Media GmbH, Friedland