Konzerte, Theater, Lesungen! Veranstaltungen im Hans-Fallada-Museum 2016

Die neue Veranstaltungsreihe „freitags bei Fallada“ vereint seit diesem Jahr die traditionelle Carwitzer Lesestunde, die seit über 20 Jahren in den Sommermonaten immer freitags durchgeführt wurde, und unsere sonstigen Abendveranstaltungen, die bisher das Programmangebot vervollständigten. Wir würden uns freuen, Sie „freitags bei Fallada“ begrüßen zu dürfen und wünschen Ihnen gute Unterhaltung bei unserem abwechslungsreichen Programm!

13.05.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
Carwitzer Lesestunde „Ruhe, jetzt wird gearbeitet!“ mit Museumsleiter Dr. Stefan Knüppel
(Eintritt: 4 € / ermäßigt 3 €)
Die „Carwitzer Lesestunde“ ist die älteste Veranstaltungsreihe des Hans-Fallada-Museums. In ihrer 344. Ausgabe stellt der Museumsleiter Falladas Text „Ruhe, jetzt wird gearbeitet!“ vor, in dem der Erzähler heiter und bitter-selbstironisch über die Zwänge berichtet, denen er bei der Produktion seiner Werke unterworfen war. „Ruhe, jetzt wird gearbeitet!“ stammt aus Falladas semi-authentischem Erinnerungsband „Heute bei uns zu Haus“ aus dem Jahre 1942, in dem er – immer zwischen Dichtung und Wahrheit pendelnd, seine „Carwitzer Welteneinsamkeit“ zum Gegenstand der Betrachtung werden lässt.
20.05.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
Carwitzer Lesestunde
„Rudolf Ditzen – Lebenslauf“
Gastlesung mit der Schauspielerin Carina Wiese
(Eintritt: 8 € / ermäßigt 6 €)
In der heutigen Carwitzer Lesestunde begrüßen wir die Schauspielerin Carina Wiese, die aus dem Lebenslauf vorlesen wird, den der sich später Hans Fallada nennende Rudolf Ditzen Ende 1911 für seinen Arzt Otto Binswanger schreiben musste, nachdem er in einem als Duell getarnten Doppelselbstmordversuch seinen Freund Hanns Dietrich von Necker erschossen hatte. Von den Patienten verfasste Lebensläufe waren in jener Zeit ein wichtiger Teil der Patientenakte und dienten den behandelnden Ärzten als Hilfsmittel bei der Erstellung einer Diagnose.
Carina Wiese absolvierte ihre Schauspielausbildung an der Theaterhochschule „Hans Otto“ in Leipzig, bevor sie am dortigen Schauspielhaus ihr Erstengagement erhielt. Gastspiele führten sie u. a. an die Komödie Dresden, an das Schlossparktheater Berlin sowie an das Deutsche Theater und an die Schaubühne Berlin.
Sie wirkte in zahlreichen Filmproduktionen mit, so etwa in „Drei“ unter der Regie von Tom Tykwer, in „Satte Farben vor Schwarz“ neben Senta Berger und Bruno Ganz, in „Phantomschmerz“ mit Til Schweiger und in „Alle Anderen“ mit Birgit Minichmayr und Lars Eidinger. In „KussKuss“ verkörperte sie in der Hauptrolle die junge Assistenzärztin Katja. Dem jüngeren Publikum ist sie vielleicht durch ihre Arbeit in den Filmen „Die Wolke“ oder „Max Minsky und ich“ bekannt. Im Fernsehen sah und sieht man sie u. a. in Produktionen wie „Alarm für Cobra 11“, “Tatort“, „Der Turm“, „Der Ermittler“, „Der Kriminalist“, „Soko Leipzig“ und „Soko Wismar“. Für das Fernsehen übernahm sie auch eine durchgehende Rolle in der achtteiligen Serie „Deutschland 83“. Außerdem stand sie in der internationalen Kinoproduktion „Die Bücherdiebin“ neben Emily Watson und Geoffrey Rush vor der Kamera. Derzeit befindet sich der Film „Die Spende“ in Produktion, der sich kritisch mit dem Thema der Organtransplantation befasst. Carina Wiese spielt darin die Mutter eines leberkranken Jungen.
27.05.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
„Wege, die wir gingen – Zwölf Frauen aus Ost- und Westdeutschland geben Auskunft“ Lesung mit der Autorin Barbe Maria Linke
(Eintritt: 8 € / ermäßigt 6 €)
Für dieses Buchprojekt führte die Autorin erzählgenerierende Interviews mit zwölf Frauen, von denen jeweils sechs aus Ost- und Westdeutschland stammen. Die Frauen sprechen über ihre Kindheit, ihre Ausbildung, über Freundschaft, Liebe, Gott und die friedliche Revolution, dabei stets ihrer eigenen sinnstiftenden Wahrheit folgend. Die Autorin beharrt bei ihren Interviews auf wenigen vergleichbaren Momenten, etwa dem Mauerbau und der Maueröffnung als historisch einschneidende Ereignisse, lässt die Frauen ansonsten jedoch selber ihr Leben entwickelnd erzählen.
In ihrem Vorwort zu dieser Publikation formuliert Prof. Dr. Rita Süßmuth: „Obwohl ich es weiß, verblüffte mich erneut, wie unterschiedlich sich jedes Leben gestaltet. Hier Demokratie, dort Diktatur. Aber so einfach ist es nicht. Das bunte Leben innerhalb einer Diktatur, von dem ich aus diesem Buch erfahre, fasziniert mich.“
Barbe Maria Linke ist Theologin und war von 1971 bis 1983 Mitinitiatorin der Friedenswerkstatt Berlin und Mitglied der Gruppe „Frauen für den Frieden“. 1983 wurde sie im Zusammenhang mit der Lichterkette zwischen der amerikanischen und der sowjetischen Botschaft in Ost-Berlin verhaftet und siedelte nach West-Berlin über. Seit 1993 arbeitet sie als freie Schriftstellerin.
03.06.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
Carwitzer Lesestunde
„Porträt meiner Kinder“
Gastlesung mit Hans Falladas Sohn Achim Ditzen
(Eintritt: 8 € / ermäßigt 6 €)
Im Kapitel „Porträt meiner Kinder“ aus dem semi-authentischen Carwitzer Erinnerungsbuch „Heute bei uns zu Haus“ gestattet Hans Fallada tiefe Einblicke in sein Familienleben. Auch über seine erzieherischen Grundsätze und den Alltag seiner Kinder, die er liebevoll zeichnet, ist Spannendes zu erfahren.
Einen besonderen Reiz erfährt dieser Abend durch den Umstand, dass Falladas Sohn Achim, von dem im Abschnitt „Der Jüngste“ berichtet wird, mit dieser Lesung einen Streifzug durch die eigene frühe Kindheit unternimmt. Zudem wird die Lesung durch zahlreiche und zum großen Teil unveröffentlichte Fotografien aus den Familienalben illustriert.
Hans Falladas Sohn Achim Ditzen ist ein wichtiger Förderer des Hans-Fallada-Museums und arbeitet seit vielen Jahren ehrenamtlich im Vorstand der Hans-Fallada-Gesellschaft, dem Trägerverein des Hans-Fallada-Museums. Er ist auch einer der Kuratoren der äußerst erfolgreichen Wanderausstellung „Wie aber bestehe ich vor Dir, sehr liebe Verwandtschaft –?! Hans Fallada – Familienbilder“ und einer der Herausgeber der begleitenden Buchpublikation „Hans Fallada und die liebe Verwandtschaft“.
10.06.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
„Oben bleiben!“
Theaterstück von Carsten Golbeck mit der Schauspielerin Uta Eisold unter der Regie von Ekkehard Dennewitz
(Eintritt: 12 € / ermäßigt 8 €)
Was steckt hinter dem schönen Schein eines Schauspielerlebens? Was bringt einen Menschen dazu, sich in die Seele anderer Menschen hineinzubegeben, sich allabendlich in einen Helden, Narren oder in ein Ungeheuer zu verwandeln und den starrenden Augen der Menge preiszugeben?
Diesen und anderen Fragen geht das Theaterstück „Oben bleiben!“ nach und wird durch die Darstellerin zu einem vielschichtigen, mal heiter-ironischen, mal bitter-ernsten Theaterabend über erlebte Zeitgeschichte, über das Älterwerden, die Leidenschaft für das Theater sowie die Kunst, sich nicht unterkriegen zu lassen: auf der Bühne wie im Leben.
Uta Eisold erhielt ihr Schauspieldiplom 1977 an der Theaterhochschule Leipzig. Es folgten feste Engagements in Dresden, Neustrelitz und Stralsund. Ab 1984 war sie freiberuflich beim Fernsehen der DDR tätig und wirkte in zahlreichen Serien mit. Außerdem war sie Lehrbeauftragte im Fach Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ und an der Theaterhochschule Leipzig. 1989 spielte sie eine der Hauptrollen im DEFA-Film „Die Architekten“ und arbeitet seit 1991 als Schauspielerin in Marburg, wo sie auch zahlreiche Regiearbeiten vorlegte und das Stück „Oben bleiben!“ mit großem Erfolg gespielt wurde.
17.06.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
„lebensfreu.de“
Konzertlesung mit dem Liedermacher und Autor Stephan Krawczyk
(Eintritt: 14 € / ermäßigt 10 €)
Der in Berlin lebende Liedermacher Stephan Krawczyk wurde mit seinen Liedern gegen Ende der 1980er Jahre zu einer der bedeutendsten Figuren in der DDR-Opposition. Nach jahrelanger Überwachung durch den Staatssicherheitsdienst und einem 1985 verhängten Auftrittsverbot wurde er 1988 verhaftet und zur „freiwilligen Ausreise“ genötigt; also abgeschoben.
Der vielseitige Musiker und Autor, der 2009 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, gehört nicht nur zum festen Inventar der deutschen Musikszene, sondern auch zum Inventar des Hans-Fallada-Museums Carwitz, in dem er zum wiederholten Male auftritt. So wird er auch bei seinem diesjährigen Gastspiel eine interessante Mischung aus alten und neuen Liedern und Texten bieten und auch mit jenen Liedern für Begeisterung sorgen, die seine Situation in der DDR widerspiegeln und die einen intimen Einblick in die Gedankenwelt eines „Störenden“ zulassen.
24.06.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
„EISBRENNERs WAHLVERWANDTSCHAFTEN“
Konzertlesung mit dem Songpoeten Tino Eisbrenner und seinem Partner Heiner Frauendorf
(Eintritt: 15 € / ermäßigt 13 €)
Tino Eisbrenner dichtet Songs, die er, in verschiedenen Besetzungen arrangiert, live präsentiert und auf bisher 13 Alben veröffentlicht hat. Es gibt aber auch den Mimen Eisbrenner, der sich in literarisch-musikalischen Abenden als „Botschafter der Weltliteratur“ engagiert und die großen Klassiker schauspielerisch und musikalisch zu seinem Publikum trägt: Seine Veranstaltungen zu Heinrich Heines „Deutschland. Ein Wintermärchen“ zeugen davon ebenso wie sein Brecht-Programm, das ihn bis nach Paris und New York brachte.
Immer wieder trifft er auf seinen Reisen Musiker- oder Schauspielkollegen, die seine Leidenschaft teilen und mit denen er über die großen Altvorderen der Literatur ins Schwärmen gerät. Längst ist dem Poeten Eisbrenner klar, dass keiner der Wortgiganten für sich allein zu betrachten ist, sondern dass sie sich alle, wie durch ein unsichtbares Band verknüpft, in jahrhundertealter Tradition und in Korrespondenz miteinander befinden. Das interessiert den Songpoeten natürlich näher und so entstand die Idee zu seinem LiteraTour-Konzept „EISBRENNERs WAHLVERWANDTSCHAFTEN“.
Wie Goethe und Neruda, Storm und Baudelaire, Tucholsky und Schiller, Puschkin und Brecht oder Eisbrenner und Villon zueinander finden, prägt die Spannung dieses Abends aus Wort und Musik. Eine lyrische Reise durch die Zeit und Zeiten zwischen Aufbegehren und Poesie. Eisbrenners kongeniales Ein-Mann-Orchester heißt Heiner Frauendorf (Akkordeon/Klavier).
01.07.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
„Jede Laune meiner Wimper...”
Das Ringelnatz-Programm des Erfurter Kabaretts „Die Arche“ mit Ulf Annel
(Eintritt 12 € / ermäßigt 10 €)
Joachim Ringelnatz, der Dichter und Kabarettist aus dem sächsischen Wurzen, wird in diesem vor Witz und Poesie sprühenden Programm vorgestellt. Es erwarten Sie an diesem Abend knapp zwei Stunden großer Kleinkunst, in denen Ernstes und Heiteres, Käuzereien und derbe Seemannsscherze, groteske Einfälle und zarte Lyrik geboten werden.
Der Kabarettist Ulf Annel wurde 1955 in Erfurt geboren und studierte Journalistik in Leipzig. Seit 1981 ist er am Kabarett „Die Arche“ engagiert und absolvierte inzwischen mehrere Tausend Vorstellungen, ist aber auch als Autor der verschiedensten Genres und als Regisseur erfolgreich.
Musikalisch begleitet wird Ulf Annel von Verena Fränzel, die als Diplom-Musiklehrerin arbeitet, dem Verein „Kinder auf die Bühne e.V.“ vorsteht und zahlreiche Kleinkunst-, Musik- und Theaterprojekte unterstützt.
08.07.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
„Zwischen Himmeln und Erden“
Eva Strittmatters Gedichte in Chansons von Manfred Schmitz, gesungen von Uta Hauthal
(Eintritt 12 € / ermäßigt 8 €)
Die 1930 in Neuruppin geborene Eva Strittmatter arbeitete nach ihrem Studium der Germanistik, Romanistik und Pädagogik zunächst als Lektorin und Literaturkritikerin. Seit 1954 war sie als freie Schriftstellerin tätig und veröffentlichte Gedichte sowie Prosa für Kinder und Erwachsene. Von 1956 bis zu dessen Tod war sie mit dem Schriftsteller Erwin Strittmatter verheiratet. Bis zu ihrem eigenen Tod im Jahre 2011 war sie auch Mitglied der Hans-Fallada-Gesellschaft. Am heutigen Abend präsentiert die Dresdener Schriftstellerin, Sängerin und Moderatorin Uta Hauthal, die mit verschiedenen musikalisch-literarischen Programmen unterwegs ist, Gedichte Eva Strittmatters in Vertonungen des bekannten Jazzmusikers und Komponisten Manfred Schmitz aus Berlin. Der schottische Pianist Derek Henderson begleitet Uta Hauthal bei ihrem Carwitzer Gastspiel am Klavier.
15.07.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
Carwitzer Lesestunde
„Mein Vater und sein Sohn“ mit Museumsleiter Dr. Stefan Knüppel und Jonas Simon
(Eintritt: 4 € / ermäßigt 3 €)
Die 347. Carwitzer Lesestunde hat keinen literarischen Text Hans Falladas zum Gegenstand, sondern widmet sich dem Verhältnis des Schriftstellers zu seinem ältesten Sohn Uli. Möglich wird dies durch einen Briefwechsel, den Vater und Sohn zwischen 1940 und 1946 führten, nachdem der zunächst zehnjährige Uli an das altsprachliche Joachimsthalsche Gymnasium Templin wechselte und dort ein Internatsleben führte. Im Jahre 2004 wurde dieser Briefwechsel unter dem Titel „Mein Vater und sein Sohn“ von Uli Ditzen herausgegeben. Bei der heutigen Lesestunde wird der Museumsleiter von Jonas Simon unterstützt, der in die Rolle Uli Ditzens schlüpft. Jonas Simon absolviert noch bis Ende August sein Freiwilliges Kulturelles Jahr im Hans-Fallada-Museum, um anschließend ein Lehramtsstudium aufzunehmen.
Illustriert wird die Lesung durch zahlreiche und zum großen Teil unveröffentlichte Fotografien aus den Familienalben Hans Falladas.
22.07.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
„Heute bei uns zu Haus – Erfahrenes und Erfundenes“
Lesung mit den Schauspielerinnen Renate Geißler und Angelika Neutschel, musikalisch begleitet von Irene Wittermann
(Eintritt: 12 € / ermäßigt 10 €)
In seinem semi-authentischen Erinnerungsband „Heute bei uns zu Haus“ aus dem Jahre 1942 lässt Fallada – immer zwischen Dichtung und Wahrheit pendelnd – seine „Carwitzer Welteneinsamkeit“ zum Gegenstand der Betrachtung werden. Dabei gestattet er tiefe Einblicke in seinen Alltag auf dem Lande, in seinen Schaffensprozess und in seine Familie.
Renate Geißler erfuhr nicht nur eine erfolgreiche Karriere als Theaterschauspielerin, sondern war und ist in vielen TV-Produktionen, Kinofilmen und Serien zu sehen, so etwa in der Hauptrolle der „Polizeiruf“-Folge „Der Pferdemörder“, in „Haß im Kopf“, „Grüß Gott, Genosse!“, „Heimatgeschichten“ und im dreiteiligen Fernsehfilm „Jule – Julia – Juliane“.
Auch Angelika Neutschel spielte nach ihrem Schauspielstudium an verschiedenen Theatern, ehe sie 1981 als freie Schauspielerin nach Berlin ging und durch Gastengagements vor die Kamera gelangte. Sie spielte u. a. die Hauptrollen im Fernsehfilm „Antrag auf Adoption“ und in der Serie „Geschichten übern Gartenzaun“. Zur selben Zeit trat sie mit eigenen Chanson-Programmen auf und produzierte mit verschiedenen namhaften Künstlern erfolgreiche Langspielplatten und CDs.
Irene Wittermann arbeitete nach vierjährigem Musikstudium zunächst als Lehrerin an einer Kindermusikschule. Seit 1996 lebt sie als Pianistin in Berlin und begleitete Renate Geißler und Angelika Neutschel bereits bei mehreren ihrer Programme.

Die Lesung ist eingebettet in das Programm der 26. Hans-Fallada-Tage, die vom 22.07. bis zum 24.07. stattfinden und die ein breites Spektrum von Veranstaltungen bieten: Lesungen, Buchvorstellungen, eine Kinderveranstaltung, eine Museumsnacht mit dem ersten Carwitzer Poetry Slam, einen Literarischen Spaziergang sowie eine Ehrung Hans Falladas auf dem Alten Friedhof in Carwitz. Das Programm der Hans-Fallada-Tage erfahren Sie an unseren zahlreichen Aushängen, in der Tagespresse und unter www.fallada.de. Außerdem liegen Faltblätter mit dem detaillierten Programmablauf für Sie bereit.
29.07.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
„Hans im Glück oder Falada, der Du hangest“
Ein Märchenabend mit Ana Rhukiz, auf der Harfe begleitet von Myriam Kammerlander
(Eintritt: 10 € / ermäßigt 8 €)
Ein Märchenabend im Fallada-Museum. Keine Frage, dass zu diesem Anlass die beiden Geschichten nicht fehlen dürfen, deren Figuren Hans Fallada, der eigentlich Rudolf Ditzen hieß, als Namenspaten für sein Pseudonym dienten. Sie möchten wissen, welche das sind? Dann erleben Sie diesen zauberhaften Abend, an dem bekannte und weniger bekannte Märchen aus der Sammlung der Brüder Grimm erzählt werden, die Fallada nicht nur hinsichtlich seines „nom de plume“ beeinflusst haben.
Die promovierte Kulturwissenschaftlerin Ana Rhukiz ist als Märchenerzählerin mit verschiedenen Programmen unterwegs und wird von Myriam Kammerlander, mit der sie das Duo „AmbraMyrrha. MärchenZauberKlang“ bildet, auf der Böhmischen Wanderharfe begleitet. Ein Muss für alle Märchenfreunde!
05.08.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
„Fallada – oder die Kunst ein un-perfektes Leben zu führen.“
Theaterstück des Ensembles Theatervision 2.0 unter der Regie von Folke Witten-Nierade
(Eintritt: 12 € / ermäßigt 8 €)
Achtung: Zusätzliche Aufführungen finden am 06.08. und am 07.08., jeweils um 20 Uhr, statt! Mit seinem neuesten Projekt unternimmt das junge Ensemble Theatervision 2.0 eine dramatische und rauschhafte Expedition in das Leben und Werk des Schriftstellers Hans Fallada. Dabei gelingt es der Theatergruppe, Falladas bewegtes Leben mitreißend und einfühlsam in Kontrast zu seinem literarischen Schaffen zu setzen, indem auch die schillernden Charaktere und Szenen aus seinen Romanen und Geschichten in die Handlung eingewoben werden. Der Schwerpunkt der szenischen Arbeit liegt dabei zunächst auf der Beschreibung der Todessehnsucht Falladas, seinen Exzessen, seinem Drogenmissbrauch und seiner ausschweifenden Lebensführung. Immer wieder wird Falladas Leben durchkreuzt von Aufenthalten in Psychiatrien und Haftanstalten, er begegnet Verlegern, Dealern, Psychiatern, Prostituierten, Bauern, Erpressern, Polizisten, Kriegsflüchtlingen und Adeligen, allesamt Repräsentanten einer Gesellschaft im Taumel.
So hautnah und mitfühlend Fallada uns in seinen Werken gegenüber tritt, näherte sich das junge Ensemble in einer kollektiven Forschungsarbeit dessen Leben und Schaffen und entwickelte einen spannenden Theaterabend, der mit den drei Carwitzer Aufführungen an einen der Handlungsorte zurückkehrt.
Unter dem Namen Theatervision 2.0 treffen sich Studierende unterschiedlicher Fachbereiche wie Dramaturgie, Film, Soziale Arbeit, Musical, Schauspiel, Theaterwissenschaften und Theaterpädagogik, um in Ensemblearbeit spannende Schauspielprojekte zu realisieren.
12.08.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
Carwitzer Lesestunde
„Lieber Hoppelpoppel, wo bist Du?“ – Kurzgeschichten von Hans Fallada
Gastlesung mit dem Schauspieler Jan Damitz
(Eintritt: 8 € / ermäßigt 6 €)
1994 erlangte Jan Damitz die staatliche Bühnenreife, nachdem er seine Schauspielausbildung bei Dozenten der Berliner Schauspielschule „Ernst Busch“ abgeschlossen hatte. Es folgten zahlreiche Engagements an verschiedenen Bühnen und seit 2006 auch Auftritte in Fernsehfilmen und Fernsehserien, u. a. in „Der große Stromausfall“ (Sat.1) sowie in „SOKO Wismar“ (ZDF).
Jan Damitz lebt und arbeitet in Berlin und ist mit seinen zahlreichen Programmen nicht nur regelmäßig unterwegs, sondern mit verschiedenen Fallada-Lesungen auch alljährlicher Gast im Fallada-Museum. Als moderierender und singender Frontmann des Swing-Ensembles „Meine Herr‘n“ feierte er auch bei den Fallada-Tagen große Erfolge. Für seine diesjährige Gastlesung hat Jan Damitz eine Auswahl an Fallada-Kurzgeschichten zusammengestellt.
19.08.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
„Die Gitarre kann alles! Man muss sie nur lassen“ Konzert mit dem Akustikgitarristen Frank Fröhlich
(Eintritt: 10 € / ermäßigt 8 €)
Der begnadete Gitarrist und Interpret seiner eigenen Werke spielte bereits auf vielen namhaften Festivals in Deutschland, Österreich, der Schweiz und England. Er veröffentlichte 32 CDs und erspielte sich mit seinen vielfältigen Projekten einen Namen als ideenreicher und inspirierender Musiker. So trat er mit Schauspielern wie Dieter Bellmann, Gunther Emmerlich, Rolf Hoppe, Otto Mellies und Gunter Schoß auf, spielte mit Jazzmusikern wie Joe Sachse (Gitarre) und Volker Schlott (Saxophon), begleitete Schriftsteller wie Peter Härtling, Kerstin Hensel und Walter Kempowski bei ihren Lesungen, spielte mit afrikanischen und chilenischen Musikern, schuf maßgeschneiderte Filmmusik zu den Komödien Buster Keatons und hat mit seinen Kinder-Konzerten Publikum und Presse zu wahren Begeisterungsstürmen hingerissen! Diese vielfältigen Erfahrungen hat er zu einem sehr persönlichen und individuellen Stil verwoben.
In seinem Solokonzert bewegt er sich zwischen Tango, Latin und Flamenco; neben Eigenkompositionen spielt er u. a. Stücke von Matteo Carcassi, Johann Sebastian Bach und Scott Joplin. Verbunden durch spritzig-witzige Moderationen präsentiert „Der Gitarrist der Stars“ (MDR-Sachsenspiegel) an diesem Abend „Gitarre pur“ mit all ihren Möglichkeiten: Das haben sie so bisher weder gehört noch gesehen!
26.08.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
Carwitzer Lesestunde
Gastlesung mit der Schauspielerin Katharina Groth und dem Schauspieler Wolfgang Wagner
(Eintritt: 8 € / ermäßigt 6 €)
Nach dem großen Erfolg der letztjährigen Lesungen aus Falladas Ehebriefwechsel präsentieren Katharina Groth und ihr Mann Wolfgang Wagner in diesem Jahr Auszüge aus dem Buch „Köstliche Zeiten“, in dem von der Fallada-Forscherin Sabine Lange, die auch die Herausgeberin dieses Buches ist, wunderbare Fallada-Geschichten rund um das Essen zusammengetragen wurden: Denn Hans Fallada war ein Feinschmecker und ließ seine kulinarischen Vorlieben immer wieder auch in sein literarisches Werk eingehen. Hören Sie derbe Fressgeschichten, zarte Orgien der Völlerei, Geschichten um das Nichtessenwollen und das Heimlich-Essen. Aber auch Originalrezepte aus der „Fallada-Küche“ werden vorgetragen und wer weiß: Vielleicht gibt es ja auch die eine oder andere Kostprobe?
Katharina Groth tritt neben ihren Engagements an namhaften Bühnen immer wieder als Fernsehschauspielerin in Erscheinung. 
Wolfgang Wagner begann nach diversen Bühnenengagements seine Fernsehkarriere mit der Rolle des Assistenzarztes Dr. Brotesser in der Sat.1-Serie „Alphateam“. Es folgte eine Hauptrolle in der Serie „Broti & Pacek“, ehe er als Ingo Polauke in „Anna und die Liebe“ zu sehen war. Neben zahlreichen weiteren Rollen in TV-Serien arbeitet Wolfgang Wagner erfolgreich als Rundfunk- und Synchronsprecher.
02.09.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
Carwitzer Lesestunde
„Wolf unter Wölfen“ mit Museumsleiter Dr. Stefan Knüppel
(Eintritt: 4 € / ermäßigt 3 €)
Für die heutige Lesestunde hat der Museumsleiter Auszüge aus Falladas monumentalem Romanwerk „Wolf unter Wölfen“ zusammengetragen, das im September 1937 in den deutschen Buchhandel gelangte. Bei der Niederschrift dieses Inflations-Romans geriet Fallada in einen durch innere und äußere Einflüsse verursachten Schreibrausch und teilte seinem Verleger Ernst Rowohlt am 9. Mai 1937 brieflich mit, dass er alle seine eigenen Rekorde gebrochen und 123 Druckseiten in einer Woche geschrieben habe.
Erleben Sie Falladas drastisch-anschauliche Schilderungen einer zutiefst verunsicherten deutschen Gesellschaft in der Zeit der Weimarer Republik!
09.09.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
Carwitzer Filmabend: „Jeder stirbt für sich allein“
(Eintritt: 5 € / ermäßigt 4 €)
Die Verfilmung des gleichnamigen Fallada-Romans entstand im Jahre 1975 und wurde am 21. Januar 1976 uraufgeführt. Unter der Regie von Alfred Vohrer spielen Hildegard Knef und Carl Raddatz die Hauptrollen, in weiteren Rollen sind u. a. Hans Korte, Brigitte Mira und Heinz Reincke zu sehen. Das Drehbuch für den 102-minütigen Spielfilm verfassten Miodrag Cubelic und Anton Czerwik. Nachdem Anna und Otto Quangel ihren einzigen Sohn im Krieg verloren haben, üben sie Widerstand gegen die Nationalsozialisten, indem sie aufrührerische Postkarten verteilen. Der versuchte Widerstand jedoch zeitigt kaum eine Wirkung: außer im Fahndungs- und Überwachungsapparat der Machthaber, der sofort anspringt.
Hans Fallada schrieb „Jeder stirbt für sich allein“ kurz vor seinem Tod in nur 24 Tagen. Als Vorlage dienten ihm Gestapo-Akten, die er von Johannes R. Becher erhalten hatte.
16.09.
20 Uhr
Hans-Fallada-Museum Carwitz
Carwitzer Lesestunde
„Jeder stirbt für sich allein“ mit Museumsleiter Dr. Stefan Knüppel
(Eintritt: 4 € / ermäßigt 3 €)
Die heutige Lesung aus dem 1946 in nur 24 Tagen entstandenen Roman „Jeder stirbt für sich allein“ setzt dort ein, wo der in der vergangenen Woche gezeigte Spielfilm sich kurz fasst, ausblendet und von der Romanvorlage abweicht: Wir begegnen dem Ehepaar Quangel vor dem Volksgerichtshof, wenig später in der Todeszelle und begleiten sie schließlich durch ihre letzten Stunden.
In den vergangenen Jahren erlebte Falladas letzter Roman eine weltweite Renaissance, die dafür sorgte, dass sein Œuvre auch international wieder in den Blickpunkt rückte.

 

Kartenreservierungen unter:
Hans-Fallada-Museum Carwitz
Zum Bohnenwerder 2
17258 Feldberger Seenlandschaft
Tel.: 039831/20359, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und direkt an der Museumskasse.
Einlass in der Regel 30 Minuten vor Beginn der Veranstaltungen. Die Veranstaltungen finden entweder im Scheunensaal oder im Scheunentheater des Hans-Fallada-Museums statt.

Veranstalter: Hans-Fallada-Gesellschaft e.V.
Programmplanung und Redaktion: Museumsleiter Dr. Stefan Knüppel